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  • Startup-Finanzierung

    Startup-Finanzierung

    Von Fördermitteln über Business Angels bis zu Venture Capital und dem perfect match

    Steht der Prototyp oder gar das Produkt, folgt spätestens dann die Frage der Finanzierung. Ob ein Startups staatliche Fördermittel, Business Angels oder Venture Capital wählt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

    1. Kunden: Hat das Startup zahlungskräftige Kunden, lohnt sich die Überlegung, ob man auf alternative Finanzierungsquellen vorerst verzichtet und mit Bootstrapping loslegt. So ein manches Startup ist damit sehr erfolgreich geworden.
    2. Kontrollverlust: Wollen die Founder die Kontrolle über ihr Business behalten und gleichzeitig keine Verwässerung der Unternehmensanteile, dann können Fördermittel attraktiv werden.
    3. Renditedruck und Exiterwartung: Founder sollten sich dessen bewusst sein, dass Venture Kapitalisten hohe Erwartungen für die Bereitstellung von VC stellen. Das muss man aushalten können. Gleichzeitig verfügen VCs über viel Know-How natürlich v.a. im Finanzbereich
    4. Aufwändige Antragstellung bei Fördermitteln: Fördermittel sind ein Segen und viele Startups wissen häufig nicht, wo man sie überall auftreiben kann. Nachteil ist aber, dass in Deutschland die Zeit von Antragstellung bis zur finalen Genehmigung aufgrund häufig komplizierter Anforderungen und Nachweise langwierig ist. Man muss mit bis zu 6 Monaten oder gar mehr rechnen. Die gute Nachricht, es gibt auch Programme, die sich zum Ziel gesetzt haben, diese Zeit abzukürzen.
    5. Verwendungsnachweise und Dokumentationspflichten: Bei Fördermitteln sind die Gründer verpflichte nachzuweisen, wofür sie die Mittel verwenden und müssen das dokumentieren. Venture Kapitalisten verfahren ähnlich, sie wollen wissen, dass bestimmte Milestones in einer bestimmten Zeit erreicht sind und verlangen Proofs. Also auch hier muss alles ordentlich dokumentiert werden.
    6. Fokus: Fördermittel sind häufig auf Branchen, Regionen oder Phasen beschränkt. Bei Venture Kapitalisten sieht es ähnlich aus. Die Limited Partners der Fonds haben meist eine klare Fondsstrategie, die zum Target passen sollte.
    7. Skalierung: Die Finanzierung sollte in der Lage sein, bei Wachstum mit zu skalieren.
    8. Kapitalverfügbarkeit: Ist das Kapital für mehrere Runden verfügbar? Venture Kapitalisten können meist frühphasig bis spätphasig investieren, Business Angels investieren eher frühphasig.
    9. Schnelligkeit: Während Business Angels sich meist innerhalb von 2-4 Wochen für ein Investment entscheiden, dauert die Investmententscheidung je nach VC bis zu 6 Monate. Man sollte also langen Atem haben.
    10. Branchen-Know-How, Mentoring, Türöffner, Unternehmerpersönlichkeit: Business Angels punkten häufig durch ihr Know-How und Netzwerk sowie die Schnelligkeit in der Entscheidung und Umsetzung.
    11. Glaubwürdigkeit gegenüber Kunden: Erhaltene Fördermittel und „geraistes“ VC-Geld sind ein Aushängeschild für Startups gegenüber Kunden und Stakeholdern.

    Am Ende kommt es für den perfect match zwischen Startup und Finanzierung auf den richtigen Mix der Instrumente an, frühphasig, wenn noch keine Finanzdaten vorliegen, ist es ratsam auf Fördermittel und danach auf Business Angels zurückzugreifen, dies wird oft mit Wandeldarlehen von öffentlichen Banken kombiniert, so dass dann noch mehr Kapital gehoben werden kann. Vorteil hierbei ist, dass vor Wandlung zunächst keine Verwässerung gibt. VCs finanzieren danach das eigentlich Wachstum. Der Trick ist, die Finanzierungsmittel phasengerecht zum richtigen Zeitpunkt in Anspruch zu nehmen.

    Sprecht mich gerne an, wir prüfen gemeinsam die passende Finanzierungsstrategie

  • Startup Monitor OWL 2025 – what is hot?

    Der gerade herausgekommene OWL Startup Monitor des Startup Verbandes und der Founders Foundation konnte folgende positive Entwicklungen in der OWL Startup-Landschaft sehen:

    #1 die Gründungsdynamik nimmt wieder zu
    So steigt die Zahl aktiver Startups um 6% auf 340. Schwerpunkte in der Region bilden vor allem Softwarestartups, E Commerce Startups und Industrie Startups.

    #2 der Mittelstandsbezug ist klar sichtbar
    Wen wundert es, dass in der Mittelstandsregion in Deutschland die Nähe zum Mittelstand das Gründungsgeschehen prägt. So haben 55% der Gründer:innen Berufserfahrung aus dem Mittelstand im Gepäck. Das führt auch dazu, dass der Fokus auf B2B-Geschäftsmodellen liegt.

    #3 B2B-Kooperationen zwischen Startups und Mittelstand steigen
    So stieg der Anteil in Kooperationsprojekten mit etablierten Unternehmen von 55% auf 68% seit 2023. Startups sind daher in der Region ein wichtiger Innovationspartner. Auf der anderen Seite empfinden 70% der Startups den Vertrieb als größte Herausforderung.

    #4 Strategische Investoren sind als Finanzierungspartner gefragt
    Entgegen dem deutschlandweiten Trend setzen OWL-Startups nur zu 49% auf externe Kapitalquellen (in Deutschland sind es hingegen 63%). Business Angels haben 29% der Startups und 17% der Startups erhalten Venture Capital. Gleichzeitig wünschen sich immerhin 34% der Startups strategische Investoren, also Investoren, die langfristige strategische Vorteile erzielen wollen. Hier gibt es aber noch eine Lücke zwischen Wunsch und Realität, da nur 7% der Startups strategische Investoren an Bord haben.

    #5 Internationalität ist noch ausbaufähig
    OWL Startups haben 24% ausländische Mitarbeitender und 17% englischsprachige Startups. DAs führt dazu, dass nur 33% der Gründer:innen die internationale Attraktivität des Standortes positiv bewertet.

    Quelle: OWL Startup Monitor 2025, Founders Foundation und Startup Verband